Wozu nach den Sternen greifen, wenn man auch chillen kann?

Die große Orientierungslosigkeit nach der Schule ist ein Massenphänomen: Junge Erwachsene, ob mit Einser-Abitur oder weniger glanzvollen Abschlüssen, sind nach der Schule blockiert. Statt mit wehenden Fahnen ins Leben zu starten, fühlen sie sich unfähig zur Entscheidung – für die richtige Ausbildung, den richtigen Beruf. Es wird gelitten, gestritten und viel gechillt. Ulrike Bartholomäus erzählt anschaulich und mitunter nicht ohne Komik von den Dramen, die sich in den Familien abspielen. Die Wissenschaftsjournalistin recherchiert bei Pädagogen, Ärzten und Wissenschaftlern, um dem Phänomen auf die Spur zu kommen. Sie hat zahlreiche junge Menschen, die länger für ihre Orientierungsphase gebraucht haben, begleitet. Sie haben für dieses Buch auch Gespräche mit Gleichaltrigen geführt. Die Autorin liefert damit das Porträt einer Generation zwischen Gap year, Sinnsuche, langwieriger Studienfachfindung, Verweigerung und Aufbruch ins Unbekannte.
Eine lebensnotwendige Lektüre für alle Eltern, die nichts sehnlicher wünschen, als ihr Kind in die Selbständigkeit zu entlassen.

»Das Buch ist Nervennahrung für Eltern von Heranwachsenden, die nach der Schule nicht wissen, was sie wollen, was sie können und wer sie sind.«

(Stefan Klein, Bestsellerautor)

Fünf junge Erwachsene,

die verschiedenste Wege in ihrer Orientierungsphase gegangen sind, führten Interviews für dieses Buch mit Gleichalterigen.

TIMON B.

machte 2017 Abitur. Danach jobbte er in einer Bar, um Geld für einen Auslandsaufenthalt zu verdienen. Seine knapp einjährige Weltreise führte ihn dann nach Australien und Asien. Seine erstes Interview führte er in Hanoi, wo er sich mit einem Freund traf, mit dem er in Hamburg Abitur gemacht hatte. Timon schwankte bei seiner Entscheidung zwischen Politik und Jura. Schon als Jugendlicher verfolgt er alle Nachrichten aus der Politik. Seit 2018 studiert er Jura in Göttingen.

CONRAD H.

hat 2016 Abitur gemacht und ist sechs Monate lang mit einem Freund um die Welt gereist. Seine Reise führte ihn nach Südamerika, Neuseeland und Südostasien. Conrad spielt seit seiner Kindheit Klavier. Seit 2017 studiert er an der United Pop Akademie in Amsterdam Musikproduktion und komponiert seine eigenen Songs. Er hat Mitstudenten aus verschiedenen Ländern interviewt, die wie er im Musikbusiness arbeiten wollen, ob als Musiker, Produzenten oder Lehrer. Er liebt es, zu improvisieren und strebt nach seinem Abschluss noch einen Master in Improvisation an.

KATHARINA A.

hat 2016 ihr Abitur gemacht und ist nach ein paar Wochen Party und Chillen erst einmal nach Spanien und Südamerika gereist. Nach einem Jahr Jobben in der Gastronomie hat sie sich entschlossen, Psychologie zu studieren. Da ihr der NC für ein Studium in Deutschland fehlt, hat sie 2018 für den Aufnahmetest an der Uni in Wien gelernt. Leider bekam sie keinen der begehrten Plätze. Seit 2018 studiert sie nun Soziologie an der Uni Wien, möchte aber den Aufnahmetest für Psychologie im August 2019 wiederholen. Gleichzeitig hat sie sich an der Akademie der Künste in Wien beworben, denn ihre Leidenschaft ist das Malen. Sie wurde nicht angenommen. Für dieses Buch hat sie Interviews mit Gleichalterigen in Wien, München, Bad Reichenhall und Maastricht geführt.

ZORAH M.

hat 2018 Abitur gemacht. Nach der Schule hat sie in Berlin in der Gastronomie gejobbt und sich für ein Jahr vorgenommen, verschiedene Praktika zu absolvieren, um sich einen Überblick über die Bereiche Psychologie, Psychiatrie, PR und Wissenschaftsjournalismus zu verschaffen. Nach einem Monat in meinem Büro für Wissenschaftsjournalismus, bei dem sie mich zu Terminen für das buch begleitet hat, arbeitete sie in einer PR-Agentur. Das Anschlusspraktikum ist in einer Tagesklinik für Borderline-Patienten. Zorah möchte Psychologie studieren und bewirbt sich dafür an verschiedenen Universitäten in den Niederlanden, wo es keinen NC für das Fach gibt.

ANTON T.

hat 2017 Abitur gemacht und danach erst einmal ausgiebig gefeiert, gechillt und in einem Café gejobbt. Im Wintersemester begann er ein BWL-Studium an einer bayerischen Universität, das er nach wenigen Wochen aufgab. Seit 2018 studiert er BWL an einer Berliner Hochschule und arbeitet gleichzeitig als Werkstudent bei dem Start-Up Zeitgold, das die Buchhaltung für Selbstständige, unter anderem Gastronomen, einfach per App erledigt. Dabei kann er auf seine Erfahrung in dem Café zurückgreifen und sein neues Wirtschaftswissen von der Hochschule anwenden. Anton führte das erste Interview für das Buch und half dabei, den Fragebogen für die Interviewer zu entwickeln.

Foto: Bratto von Boehmer

Die Autorin

Ulrike Bartholomäus, 1965 in Osnabrück geboren, studierte Sprachen, Linguistik und Völkerrecht in Heidelberg, Angers und Genf.
Ihr neuestes Buch „Wozu nach den Sterne greifen, wenn man auch chillen kann? Die große Orientierungslosigkeit nach der Schule“ ist im April 2019 erschienen.
Als Wissenschaftsjournalistin schreibt sie über die Themen Medizin, Politik und Kommunikation. Sie war als Redakteurin für „Focus“ im Ressort Forschung tätig und arbeitet heute als Autorin. 2016 erschien ihr Buch „Die Kunst, gute Gespräche zu führen“. Sie ist verheiratet und lebt mit ihrer Familie in Berlin. Sie hat eine 19-jährige Tochter und weiß, wovon sie spricht.

„Viele Eltern können nicht loslassen“
Buchautorin Ulrike Bartholomäus im Interview zur Orientierungslosigkeit nach der Schule

Schweizer Sonntagszeitung

Beitrag im Sat1 Frühstücksfernsehen –
Lehre, Auszeit oder Studium?

Sat1 Frühstücksfernsehen

„Das Normal ist vielen nicht mehr gut genug“

Weser Kurier

„Generation mal schauen“
Interview mit Ulrike Bartholomäus

BZ

„Viele sind nach dem Abitur hirntot“

ZDF-Mittagsmagazin

Weitere Bücher

Die Kunst, gute Gespräche zu führen: Kommunikation ist mehr als Sprache

Ein tiefe Gespräch zu führen, ist unserer Zeit leider sehr selten geworden, und doch ist es eine Wohltat und Bereicherung. Wie man sich im verbalen und nicht-verblen Bereich verhalten sollte und welchen Wert es haben kann, offen miteinander zu reden, erklärt das Buch auf fundierte und unterhaltende Weise. Die Autorin zeigt den Weg zur nötigen Balance aus Körpergefühl, Wertschätzung und Empathie. Denn Verbundenheit und Vertrauen sind ein Geschenk, das wir in guten Gesprächen finden.

 

»Praktische Tipps, wie Gespräche gelingen.«

(Für Sie)

»Welchen Wert es haben kann, wirklich bewusst miteinander zu sprechen und wie man sich verbal und nonverbal ausdrücken kann, erklärt sie ebenso fundiert wie ansprechend.«

(Standort 38)